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21. September 2012: Das Gründungstreffen

Am Abend des 21. Septembers 2012 wurde am Rande des Kongresses der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin, das erste Netzwerk für Frauen in der Augenchirurgie gegründet. Um die 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung zum Gründungstreffen in das Estrel Berlin, um das Netzwerk und sein Gründungskomitee kennenzulernen.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Gaëlle Waltinger, Geschäftsführerin von Bausch + Lomb Deutschland, ihre Beweggründe dieses Netzwerk gemeinsam mit einem Gründungskomitee von Augenchirurginnen ins Leben zu rufen. Da das Augenheilkundeunternehmen mit Sitz in Berlin-Spandau schon lange auf die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzt, will man mit der Gründung von Die Augenchirurginnen seine Unternehmenswerte auch nach außen tragen und den Anteil an Frauen in der Augenchirurgie langfristig erhöhen. Im Anschluss stellte sich das Gründungskomitee vor, welches für die inhaltliche Ausgestaltung des Netzwerks verantwortlich ist. Jede der sechs Augenchirurginnen bringt ihre eigenen persönlichen und beruflichen Erfahrungen mit in das Netzwerk und möchte diese an ihre Kolleginnen weitergeben. „Die jungen Augenchirurginnen haben den großen Vorteil, dass sie in diesem Netzwerk einige Vorbilder haben, die dort angekommen sind, wo noch viele andere ankommen sollen: nämlich als erfolgreiche Frauen am Operationstisch“, beschreibt Priv-Doz. Dr. med. Anja Liekfeld, Chefärztin am Ernst von Bergmann Klinikum, den besonderen Mehrwert des Gründungskomitees. Die Mitglieder des Komitees verbindet nicht nur eine erfolgreiche Karriere und zahlreiche Erfahrungen aus der Augenchirurgie, sondern vor allem auch eine besondere Motivation, sich für die Anliegen ihrer Kolleginnen zu engagieren. Dass dies notwendig ist, belegen die Zahlen: Während immerhin die Hälfte aller Augenärzte in Deutschland weiblich ist, liegt der Frauenanteil in der Augenchirurgie bei lediglich geschätzten 15 Prozent. Dieses markante Ungleichgewicht war auch Ausgangspunkt einer kurzen Einführung zu den Aufgaben und Zielen des Netzwerks durch die Gründungsmitglieder. Die Augenchirurginnen möchten als Plattform für den gegenseitigen Austausch, als auch als Forum für Chancengleichheit dienen, sowie Möglichkeiten der persönlichen Unterstützung anbieten und Fachwissen weitergeben. Langfristiges Ziel ist es, einen Anstieg des Frauenanteils in der Augenchirurgie auf 50 Prozent zu erreichen. Auf Basis des von den Teilnehmerinnen ausgefüllten Evaluierungsbogens wird sich das Netzwerk zunächst auf den Aufbau eines Mentoring- und Coachingprogamms, die Durchführung von weiteren Netzwerk-Veranstaltungen sowie Power Wetlabs konzentrieren.

Eine erste Möglichkeit des Austausches ergab sich noch während des Gründungstreffens. Die teilnehmenden Augenärztinnen und Augenchirurginnen erhielten die Möglichkeit, über die Beantwortung einiger TED-Fragen, persönliche Erfahrungen und Einschätzungen zu teilen. So gaben bei der Befragung über 75 Prozent der Teilnehmerinnen an, dass es in ihrem direkten Umfeld Fälle von „weiblichen“ Karriereproblemen bzw. Benachteiligungen gibt. Und fast jede zweite der befragten Augenärztinnen (44 Prozent) fühlt sich selbst in ihrem Arbeitsalltag Männern gegenüber benachteiligt. In einer anschließenden Diskussion war man sich darüber einig, dass die Benachteiligung von Frauen nach wie vor auch durch Vorurteile und Klischees verursacht wird und sich nur durch die Zusammenarbeit von Frauen und Männern nachhaltig zum Positiven ändern kann. Auf dem Gründungstreffen wurde daher festgehalten, dass Die Augenchirurginnen sich nicht als eine Abgrenzung gegenüber männlichen Kollegen verstehen, sondern ganz bewusst den Dialog suchen, um gemeinsam die Situation von Frauen in der Augenchirurgie zu verbessern. Raum dafür soll auch das Netzwerk selbst schaffen, weshalb es im Anschluss des offiziellen Gründungstreffens noch Gelegenheit gab, sich während eines Get-togethers mit den Mitgliedern des Komitees und untereinander auszutauschen.

Das überaus positive Feedback, welches Die Augenchirurginnen während und nach der Veranstaltung von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erhalten hatten, sowie die zahlreichen eingegangen Anmeldungen für das Netzwerk, bestätigen den Bedarf nach einer Plattform, in der sich Frauen in der Augenchirurgie austauschen können. Für den weiteren Erfolg des Netzwerks wird nun maßgeblich das Engagement seiner Mitglieder verantwortlich sein. „Ganz wichtig ist, dass dieses Netzwerk, wofür der Keim heute gesetzt worden ist, sich entwickelt. Dazu ist es notwendig, dass sich viele für dieses Netzwerk interessieren, aber auch engagieren“, appelliert Univ. Prof. Dr. med. Birgit Lorenz, Direktorin am Universitätsklinikum Gießen. Das Gründungstreffen war daher erst der Start für ein lebendiges und vielfältiges Netzwerkangebot. Die nächsten Termine sind bereits in Planung und werden demnächst an dieser Stelle auf der Homepage bekanntgegeben. Die Augenchirurginnen laden herzlich dazu ein, sich aktiv für das Netzwerk zu engagieren. Für den Aufbau des Mentoring- und Coachingprogramms werden im Moment insbesondere erfahrene Augenchirurginnen gesucht, die als Mentorinnen diese Maßnahme unterstützen möchten (Kontakt: dieaugenchirurginnen@bausch.com).

Die Augenchirurginnen und Bausch + Lomb zeigten sich nach dem Gründungstreffen zuversichtlich, dass das Netzwerk gerade erst seinen erfolgreichen Weg begonnen hat.